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EM 2019: Deutschland und Rumänien sichern sich die Titel

Das war nicht wirklich sensationell. Die DTTB-Herren sicherten sich durch ein 3:0 gegen Apolonia und Co. ihren achten EM-Titel. Im Damen-Finale stieß das Überraschungsteam aus Portugal, das Deutschland und Ungarn ausgeschaltet hatte, gegen die Rumäninnen an seine Grenzen und unterlag mit 0:3.

In beeindruckender Manier haben sich Deutschlands Herren bei den Mannschafts-Europameisterschaften ihren achten Titel gesichert. Bei der 38. Auflage der kontinentalen Titelkämpfe im französischen Nantes blieb das Quintett von Bundestrainer Jörg Roßkopf, zu dem neben den Stammspielern Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska auch Benedikt Duda und Ruwen Filus zählten, bis zum Schluss ohne den Verlust eines einzigen Einzels. 
Die DTTB-Auswahl ließ Portugal im Endspiel keine Chance und gewann hochverdient mit 3:0. Während die Deutschen als Topfavorit in das Turnier gegangen waren und dieser Rolle vollauf gerecht wurden, wurden den Portugiesen, an Position zehn gesetzt, dieses Mal nur Außenseiterchancen eingeräumt. Doch die Südeuropäer präsentierten sich in prächtiger Form, überzeugten mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit und großem Kampfgeist. 
Erst das glänzend aufspielende Trio Boll, Ovtcharov und Franziska konnte den Siegeszug Portugals stoppen. Das allerdings in beeindruckender Art und Weise. Ovtcharov besiegte zum Auftakt Marcos Freitas mit 3:0, dem Boll einen Viersatzerfolg über Joao Monteiro folgen ließ. Franziska war es vorbehalten, mit einem ebenfalls deutlichen 3:0 gegen Tiago Apolonia den umjubelten Schlusspunkt zu setzen. Gegen beherzt kämpfende Portugiesen in der Neuauflage des 2017er-Endspiels, demonstrierte der European-Games-Sieger einmal mehr seine aktuelle Vormachtstellung in Europa. Besonders Dimitrij Ovtcharov zeigte sich im Auftaktmatch wie schon im Halbfinale gegen Frankreich in Topform. Aber auch Franziskas Leistung gegen Apollonia war aller Ehren wert. Monteiro liegt Boll nicht so gut, dennoch setzte sich der Weltranglisten-Siebte im Linkshänder-Duell mit 3:1 durch.

Deutschland demonstrierte seine Stärke nicht nur im Finale, sondern über die gesamten Titelkämpfe hinweg. Fünf Mal trat man in Nantes an, fünf Mal gewann man mit 3:0. „Wir sind super zufrieden damit, eine so starke Mannschaft wie Portugal mit 3:0 besiegt zu haben“, sagte Dimitrij Ovtcharov. „Die Stärke unserer Mannschaft ist, dass der Druck nicht nur auf einem ruht, sondern wir drei Spitzenspieler haben. Selbst wenn einer einen schwarzen Tag erwischen würde, könnten die anderen einspringen. Das macht es für uns viel entspannter als für die meisten anderen Mannschaften.“ „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung heute. Die Jungs machen es mir aber auch sehr einfach. Wenn ich in die Box steige, steht es immer schon 2:0 für uns“, sagte Franziska. „Ich weiß natürlich auch, dass ich es bin, der verhindern muss, dass unser Gegner wieder ins Spiel kommt. Insgesamt ist es aber entspannter für mich in dieser Situation.“ „Das war ein sehr starkes Turnier meiner Mannschaft wie auch schon bei den European Games, obwohl dort ein anderes System gespielt wurde. Das zeigt die Klasse unserer Spieler und unserer Mannschaft“, sagte ein sichtlich zufriedener Bundestrainer Jörg Roßkopf nach der erfolgreichen Titelverteidigung.

Bronze ging an Frankreich und Schweden. Für Portugal gab es trotz der Niederlage doppelten Grund zum Feiern: Denn auch die Damen gewannen die Silbermedaille. Titelverteidiger Rumänien, in Nantes topgesetzt, behauptete sich mit 3:0 gegen den Überraschungsfinalisten, der im Viertelfinale Solja und Co. mit 3:2 besiegt hatte.
Bernadette Szöcs legte gegen Shao Jieni in fünf Sätzen vor. Yu Fu sollte eigentlich für Portugal ausgleichen, doch ihre Gegnerin Daniela Monteiro-Dodean wuchs über sich hinaus und brachte der Neu-Berlinerin die erste und einzige EM-Niederlage bei. Damit war die Messe de facto bereits gelesen und Elizabeta Samara konnte in einem lockeren Schaulaufen gegen die Weltranglisten-166. Leila Oliveira die Ernte einfahren.

Auch wenn die Ränge im Salle Sportive Métropolitaine am Sonntag deutlich leerer waren als bei einer Endspielbeteiligung des französischen Gastgeber-Teams zu erwarten gewesen wäre, waren die Organisatoren zufrieden mit der erstmals auf je 24 Herren- und Damen-Mannschaften reduzierten EM. Die Titelkämpfe von Dienstag bis Sonntag sahen über 13.000 Zuschauer, die vor allem bei Beteiligung der französischen Mannschaften für eine einzigartige und von den Spielern gelobte Stimmung sorgten. 

 

Die EM-Endspiele im Überblick

 

HERREN 

 

Deutschland - Portugal 3:0 

 

Dimitrij Ovtcharov - Marcos Freitas 3:0 (11:7, 11:7, 11:8)
Timo Boll - Joao Monteiro 3:1 (11:7, 4:11, 11:9, 11:7)
Patrick Franziska - Tiago Apolonia 3:0 (12:10, 11:9, 11:4)

 

DAMEN

 

Rumänien – Portugal 3:0

 

Bernadette Szöcs – Shao Jieni 3:2 (11:7, 8:11, 6:11, 11:7, 11:6)
Daniela Monteiro-Dodean – Yu Fu 3:2 (7:11, 11:8, 11:9, 6:11, 11:3)
Elizabeta Samara – Leila Oliveira 3:0 (11:9, 11:7, 11:6)

Text: Dr. Stephan Roscher

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