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TTF Ochsenhausen gewinnen Derby

Es war ein hartes Stück Arbeit für Titelverteidiger Ochsenhausen, bis beim Derby in Neu-Ulm der Einzug ins Viertelfinale des DTTB-Pokals feststand. Daran war auch der Ex-Ochsenhauser Tiago Apolonia schuld, der im Dress des Gegners in Galaform aufspielte und sogar Hugo Calderano bezwang.

Durch seine Siege über Stefan Fegerl und Hugo Calderano hielt Apolonia die Partie lange offen und zwang die TTF ins Schlussdoppel. Nach exakt dreieinhalb Stunden durfte der Titelverteidiger in der ratiopharm arena den ersten Sieg im ersten Derby bejubeln, an dem Ort, wo es zuletzt am 5. Januar vor allerdings wesentlich imposanterer Kulisse Grund zum Feiern gab.

Machen wir uns nichts vor, 250 Zuschauer bei einer solchen Partie sind mehr als dürftig. Allerdings war im Pokal-Achtelfinale der Zuschauerzuspruch in allen Hallen schwach bis armselig, sicher auch dem vermutlich letzten schönen Sommersonntag geschuldet. Doch in anderen Sportarten kommen die Fans eben trotzdem, im Tischtennis nur, wenn gerade alles optimal passt.

Zunächst duellierten sich Apolonia und Stefan Fegerl auf recht hohem Niveau. Der TTF-Österreicher konnte zwischenzeitlich zwar mit 2:1 Sätzen in Führung gehen, musste am Ende jedoch dem Portugiesen gratulieren, der den längeren Atem hatte. Gegen den Franzosen Abdel-Kader Salifou, der erst vor Kurzem im Ligaspiel Vizeweltmeister Mattias Falck bezwungen hatte, musste ein anfänglich etwas nervös wirkender Hugo Calderano zunächst schwer kämpfen. Erst ab dem dritten Satz war der Weltranglisten-Sechste voll da und hatte das Match fortan im Griff.

Gegen Gustavo Tsuboi, gegen den er im Liebherr Pokal-Finale im Januar – damals noch im Werder-Dress – schwer zu kämpfen hatte, ließ ein starker Simon Gauzy diesmal überhaupt nichts anbrennen und hatte die Angelegenheit beim 3:0 in jeder Phase voll im Griff. Die Hoffnung beruhte nun darauf, dass Calderano im Spitzen-Einzel gegen Apolonia den Sack zumachen würde – doch das missglückte, allerdings knapp und mit Pech. Nach 2:1-Satzführung gingen die letzten beiden Durchgänge jeweils mit 11:9 an Apolonia. Das Doppel musste die Entscheidung bringen. Fegerl/Gauzy bestätigten den soliden Eindruck aus der Vorsaison und dominierten gegen Sailfou/Tsuboi – vor zwei Tagen noch Matchwinner gegen Saarbrücken – mit Ausnahme des zweiten Satzes deutlich und punkteten zum TTF-Sieg in einem für die Zuschauer ungemein interessanten Derby.

„Wir haben erneut unser Bestes gegeben und wollten natürlich in die nächste Runde“, sagte Tiago Apolonia, „aber wir dürfen nicht vergessen, dass es gegen den Titelverteidiger ging.“

„Tiago spielt momentan ein Supertischtennis“, erkannte nach dem Spiel Ochsenhausens Simon Gauzy die Leistungen des Neu-Ulmer Topspielers an.

TTF-Cheftrainer Dmitrij Mazunov war zufrieden. „Uns war schon vorher klar gewesen, dass es nicht leicht werden würde“, so Mazunov. „Tiago Apolonia ist zurzeit in Topform und seine Mitspieler Salifou und Gustavo (Tsuboi) sind auch nicht schlecht. So hat Salifou unserem Hugo einen starken Fight geliefert.“ Auch wenn man nach Sätzen am Ende klar vorne lag (13:8), hätte man mit etwas Pech auch verlieren können: „Wenn das Doppel entscheidet, ist immer alles möglich. Wir haben das dann aber gut gemeistert und waren auch mental stark. Nur der Sieg ist, was letztlich zählt. Wir haben sicher nicht das einfachste Los gehabt und sind gespannt auf die Viertelfinal-Auslosung am Donnerstag.“

Zeit zum Durchatmen gibt es für die TTF keine. Bereits am Dienstagabend (19 Uhr) geht es in Ehingen weiter mit der Bundesliga-Partie gegen den Tabellennachbarn ASV Grünwettersbach. Auch dann heißt es wieder volle Konzentration, um die kleine Siegesserie in der Liga gegen Wang Xi und Kollegen auszubauen. Der TTC Neu-Ulm hat etwas länger Pause und macht am kommenden Sonntag seine Aufwartung beim TSV Bad Königshofen, der diese Saison zu den Spitzenmannschaften zählt.


Das Spiel in der Übersicht

Tiago Apolonia – Stefan Fegerl 3:2 (11:9, 6:11, 9:11, 11:6, 11:7)

Abdel-Kader Salifou – Hugo Calderano 1:3 (11:13, 11:8, 4:11, 8:11)

Gustavo Tsuboi – Simon Gauzy 0:3 (7:11, 9:11, 6:11)

Tiago Apolonia – Hugo Calderano 3:2 (7:11, 11:7, 6:11, 11:9, 11:9)

Salifou/Tsuboi – Fegerl/Gauzy 1:3 (6:11, 11:9, 4:11, 8:11)

Bild und Text: Dr. Stephan Roscher

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